to w[o]ander about photography

Einige Gedan­ken zur Rei­se­fo­to­gra­fie, mit der ich mir per­sön­lich schwer tue. Sehr zum Leid­we­sen derer, denen ich nach mei­nem Trip von Orten und Begeg­nun­gen erzähle und sehr oft nicht die pas­sen­den Bil­der dazu im Gepäck habe.

Nun habe ich über­legt, woran das liegt. Da sind zum einen die vie­len Kli­schees, die sich schnell mit der neuen Umge­bung anbie­ten. Ich mache diese Bil­der im Kopf und denke “Da kann ich auch eine Post­karte kau­fen oder mei­nen Rei­se­füh­rer zur Hand neh­men”.  Dann zücke ich die Kamera und foto­gra­fiere. Betrachte das Bild  und denke:

Diese Auf­nah­men machst du auch zu Hause, warum also hier? Zuge­ge­ben, der Brief­kas­ten sieht für mich exo­tisch aus, aber …” Ich ärgere mich über die alten Bli­cke in der neuen Umge­bung. Ich for­dere von mir mehr Expe­ri­men­tier­freude und Ori­gi­na­li­tät, schließ­lich bin ich doch auf Rei­sen! Das kann ja nicht gut gehen.

Oft habe ich auch erst ein­mal soviel damit zu tun die neuen Ein­drü­cke zu ver­ar­bei­ten, dass ich noch gar nicht bereit bin, mir ein “Bild” zu machen. Plötz­lich wan­delt sich das, was in mei­nem All­tags­le­ben meine Wahr­neh­mung und Erle­ben inten­si­viert, in eine Ein­schrän­kung der­sel­ben. Ich will ein­fach dabei sein und nicht beob­ach­ten. Will ein­tau­chen, bevor ich mich posi­tio­niere. Zwi­schen­durch mache ich den ein oder ande­ren Schnapp­schuss, als Gedäch­nis­stütze und weil ich weiß, dass ich mich ärgern werde, wenn ich so gar kein per­sön­li­ches Bild von mei­ner Reise habe.

Inter­es­san­ter­weise gibt es bei mir, beson­ders in der ers­ten Zeit, zwei extreme Vari­an­ten, die funk­tio­nie­ren. Ent­we­der, ich stürze mich mit Foto­ap­pe­rat ins Gesche­hen und denke nicht an die Fotos, bin ein­fach dabei. Oder aber ich brau­che Zeit an einem Ort, bis ich Lust habe ihn foto­gra­fisch und bild­ge­bend zu erfor­schen. Um eine Rei­sende in gewohn­ter Umge­bung zu blei­ben, ist mir die Foto­gra­fie eine wun­der­bare Unter­stüt­zung. Als Rei­sende in frem­der Umge­bung, kann die Foto­gra­fie ein Fil­ter sein, den ich eine Weile ver­wei­gere, bis er mich wie­der inter­es­siert. Ich werde die­ses Phä­no­men wei­ter beobachten.

PS: Fotos von mei­nem Trip nach Edinburgh

6 comments

Susanne Becker

Februar 27th, 2014

Ja ich finde es auch nicht so leicht die Gründe zu bestim­men, wie sich das Foto­gra­fie­ren für mich unterscheidet.

Aber sie gefal­len mir, gefal­len mir sehr. Wenn ich irgend­wann mal nach Schott­land fahre, sollte es so sein wie auf die­sen Fotos.

photostroller

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Februar 27th, 2014

Hey Susanne! Danke für Dei­nen Kom­men­tar. Ja, ich denke auch noch wei­ter dar­über nach und bin neu­gie­rig, ob es noch Erfah­run­gen und Mei­nun­gen von andere zum Thema gibt. Einen herz­li­chen Gruß an Dich!

März 12th, 2014

Mir geht es ähnlich — ich foto­gra­fiere nichts, was es als Post­karte (sog. Sehens­wür­dig­kei­ten) gibt. In der Regel brau­che ich ein paar Tage in einer frem­den Umge­bung, bis ich ernst­haft foto­gra­fiere. Ob ich ähnli­che Pho­tos auch zu Haus hätte machen können,frage ich nicht. Es ist ja schwer bis fast unmög­lich, Pho­tos zu machen, die nur mit einer Stadt in Ver­bin­dung zu brin­gen sind (aus­ser den Pho­tos, die die Sehen­sür­dig­kei­ten abbil­den). Inso­weit braucht es dann Erläu­te­run­gen.
Manch­mal war ich auf Rei­sen und habe über­haupt nicht foto­gra­fiert, habe ein paar Video­se­quen­zen gedreht, um die Daheim­ge­blie­be­be­nen zu informieren.

photostroller

photostroller
März 12th, 2014

Vie­len Dank, dass Du Deine Erfah­run­gen beschreibst. Und inter­es­sant, dass es Dir ähnlich geht. Mit den “ähnli­chen Fotos”, ging es mir darum, dass ich unbe­wusst wohl nach einem ande­ren Blick in neuer Umge­bung suche.

März 19th, 2014

Ich muss geste­hen, ich kann gar nicht anders, ich foto­gra­fiere immer & über­all. Und wenn es nur das unge­machte Bett ist aus dem ich auf­stehe & dem ich dann den Namen des Ortes gebe, an dem ich gerade aufwachte.

Und ich mag dein “No-Postkarten-Motive” sehr!

Viele Grüße & wei­ter­hin sichere Stra­ßen, Fritsch.

photostroller

photostroller
März 21st, 2014

Merci! Das ist auch eine gute Methode. Ich bin nicht immer so drauf, foto­gra­fiere zwar stän­dig im Kopf, aber nicht immer real.

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