Nein, nein — Fotos mache ich nicht ernsthaft mit dem iPad. Zum Dokumentieren eignet es sich ja, aber sonst? Viel zu umständlich! Jedoch: bin ich unterwegs, überspiele ich gerne meine Bilder von der Speicherkarte auf das iPad. So habe ich die Möglichkeit schon Fotos vorauszuwählen, grob zu bearbeiten, zu versenden oder auch schon online zu stellen. Für diese Zwecke habe ich diverse Apps ausprobiert und stelle hier die vor, die sich für mich bewährt haben.
Instagram als photographische Notiz.
Freier Spielraum, aus dem Neues entstehen kann.
Instagram als Lückenfüller sterbender analoger Filmentwicklung.
Instagram als ein weiterer Raum sein Haustier, sein Essen und seine Füße zu fotografieren.
Instagram als Selbstdarstellung. Instagram als Anregung. Instagram als visuelles Tagebuch.
So viele Möglichkeiten — und wie immer im Netz, es gibt virtuose Nutzungsmöglichkeiten und Trash, Trash, Trash.
Mir ist manchmal nach Instagram, wenn ich irgendwo warte und Zeit habe mit dem iPad zu spielen. Die Ergebnisse sind mal so und so. Manchmal kommt dabei etwas wirklich interessantes heraus und manchmal sende ich auch ein Fußfoto oder anderen Schabernack, den die Welt nicht unbedingt braucht. Aber über Spielerei entsteht auch Neues und so kann ich dem instagrammeln durchaus etwas abgewinnen. Leider wurde die Firma an facebook verkauft, was ein schlechtes Signal ist. Manchmal ist einem auch bei der Durchsicht der Bilderflut nach instaGrummeln und dann kommt dieses Video von Julia Mattison gerade recht:
Der Erfolg von Instagram liegt in der Mischung, die Smartphonografie aufzuwerten und gekonnt einzusetzen (sammeln, sich zeigen, geliked werden — das volle Programm) und im Retrolook, der bei der uns umgebenden Bildperfektion ein entspanntes Gefühl vermittelt. Diese Lockerheit, gepaart mit der Spontanität des Handies ist verlockend. Die Sehnsucht nach unerwarteten Bildergebnissen, die durch die Filterei bei Instagram und mittlerweile vielen anderen Fotobearbeitungsprogrammen befriedigt wird, sollte uns aber nicht daran hindern, immer mal wieder die analogen Kameras zu schultern und uns erneut auf “warten” und “überraschen” einzulassen.
Erinnerungen werden wach. Ich bin acht Jahre alt und stromere durch den Spielwarenladen…so viele tollen Sachen! Kann man aber nicht alle haben. Braucht man auch nicht, vieles ist nur auf den ersten Blick begehrenswert … aber ach … Nun doch schon sehr erwachsen, laufe ich zwischen all den Kameras und Equipment einher und fühle mich ganz ähnlich. Es funkelt und klickt. Hier mehr Aufnahmen pro Sekunde, dort WLAN-Integration, größerer Chip, spiegellos … und all das Zubehör … jaaaaa. Aber der Reihe nach. Ich war ja gleich mit wacom verabredet, da ich den Auftrag zum Trendscouten hatte. Für mich eine gute Gelegenheit das Visual Recording mal unter Messebedingungen zu testen. Der Start war prima, ein freundlicher Empfang am Stand, mit kleinem Messesurvival-Kit (die Pflaster habe ich dann doch nicht gebraucht ;-)) Meinen alten iPad Stift konnte ich stecken lassen. Bekam den “Neuen”. Der ist nicht mehr ganz so elegant, dafür kann man ihn aber klein machen und ans iPad/Phone stöpseln. Das geht dann ganz gut, wenn man wirklich sehr gewissenhaft stöpselt (was ich, wie man erahnt, erst Mal nicht getan habe und das Ding beinahe gleich wieder verloren hätte). Der Stift kommt mit einer harten und einer weichen Schreibkappe, was ich jetzt nicht sehr bereichernd fand. Eine feinere Spitze wäre da interessanter gewesen. Aber die Qualität des Stifts ist schon sehr gut.
So war ich dann gerüstet loszuziehen und ein paar Eindrücke mit dem iPad zu dokumentieren. Auf der Photokina Fotos mit dem iPad zu machen wirkt noch plumper als sonst schon. Aber ich wollte testen, wie gut die Kombination funktioniert, mit dem iPad Foto– und Scribble-Dokumente zu kombinieren. Ist ja egal was die anderen denken. Mir war klar, es ist nicht viel Zeit — so ein Messetag ist ratzfatz vorbei. Und aus diesem Grund bin ich nach meiner kleinen subjektiven Interessensliste über die Messe gegangen.